Ein Tag in Wintersonne
Die Luft schwebt einer Frische gleich
Probat gekühlt von Österreich
Und Alpininität.
Jetzt schnupp’re ein den Sonnenschein
Vom Flairverschönerungsverein –
Um fünf Uhr ist’s zu spät!
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten
Wenn Wetter, Wind und Tageslicht sich als Gedichtthemen aufdrängen ….

Ein Tag in Wintersonne
Die Luft schwebt einer Frische gleich
Probat gekühlt von Österreich
Und Alpininität.
Jetzt schnupp’re ein den Sonnenschein
Vom Flairverschönerungsverein –
Um fünf Uhr ist’s zu spät!

Vortauzeit
Im Schnee ahnt sich nichts, dass er bald schon verschwindet,
Dass ein Tauwetter kommt und den Tusch überwindet,
Den er gewichtig angestimmt,
Und aller Schicht die Deckkraft nimmt.
Sein Intermezzo bleibt als Stück,
Vom Schnellfall angespielt,
Es variiert allein darin,
Wie lang er dies Jahr hielt.

Wind?
„Was,“ fragst du verängstigt, „sind das für Geräusche?“
Besänftigend sag ich: „Wenn ich mich nicht täusche,
War das grade das hohle und höhnende Gähnen
Von Fleischfetzen schnetzelnden Wolfszombiezähnen.
Das andre der schrille Pfiff vor dem Gesinge
Einer auf dein Genick ziel’nden Blitzfallbeilklinge.
Und schließlich die Hex, die ans Fensterchen drückt
Und schon die Zerstückelungsrostmesser zückt.
Vor den’n sind wir drinnen hier sicher, mein Kind!
Aber fürchte den nie zu berechnenden Wind …!

Erwärmte Erkältung
Du Erkältungssymptom in der herbstlichen Sonne, Bist verknittertes Elend, entblätterte Wonne, Mit schwerem Atem und erleichtertem Sinn. Auch wenn’s anstrengend scheint – heut bekomm ich was hin!
Ich weiß, diese Krankheit ist nicht überwunden,
Doch ich zerr aus dem Würgegriff fröhliche Stunden –
Ja, Herbst und Erkältung, ihr kriegt mich nicht klein!
Denn die Sonne scheint auf meiner Seite zu sein.

Augustalm
Die Sommersonne leiht sich Aus den Felsen die nötige Kraft. Ab Mitte Augustus vermeid ich Zu schätzen, wie lang sie’s noch schafft.
„Noch elend lang!“ könnt ich mir dichten – Doch manch Vers holpert über den Rand Hinab in verkühlte Geschichten.
Noch hält die Festung stand.

Am Frühsommertag
Ich musste mir oft schon den Nacken verbrennen, Um Frühsommertage zu ehren, Um einen Sack Willkür gleich Wandel zu nennen, Um Umkehrgelüsten zu wehren Und zudem/vor allen Dingen Meteorologen dahin zu zwingen, Als Sommer dies Wetterchen anzuerkennen.
Wie würde es sonst mir den Nacken verbrennen?!

Anbaden am 9. März
Das ist nicht belebend!
Das friert alles ein.
Diese Schönfärberei, das könnt anregend sein,
Ignoriert doch wohl wissentlich jenen Moment,
Da das Frösteln sich einschießt
Und die Muskelkraft abfließt,
Jeder Hautfleck vor Kälte erbrennt.
Vielleicht hilft ja nur Disziplin in dieser Frage?
Vielleicht braucht’s auch nur einfach noch mehr warme Tage.
O sole mio
Die Sonne strahlt auf meine Seit‘
Und lädt mich ein zu lernen:
„Verlässlich, wie ich dich begleit‘,
Werd‘ ich mich auch entfernen!“
Es gibt manch groß erschein’nden Stern
In all der Welten Weiten.
Doch muss mein Los sein, dass ich gern
Verzicht‘ auf einen zweiten.
Schritt eins, Schritt zwei
Mal komme ich an einer Kirche vorbei,
Ohne zuvor einem Gott zu begegnen.
Mal hängt in der Luft ein „Die Schirme auf!“-Schrei,
Obwohl’s gar nicht anfängt zu regnen.
Ich sage mir beim Weiterwandern:
„Immer eines nach dem andern!“
Und wird man zwischendurch mal nass,
Belächelt man’s ohn Unterlass.
Eine Busfahrt bei Regen
Der Bus, er durchrädert ein Pfützengespritze,
Feuchtneblig erblinden die Scheiben.
Die vom Sommer noch kürzlich beschienenen Sitze
Erklammt neues Kühl, um zu bleiben.
Es wird Herbst, schreit die tropfnasse Kondensation.
Es bleibt sommerlich, kontert mein Hoffen.
Doch die Busfahrerdurchsagen ändert ein Ton,
Der macht mich bedenklich betroffen.
Ich bestelle dem Sommer zehn Comebackabsichten,
Mit Lieferzeit zwei bis drei Wochen.
Bis dahin mag Regen sein Unheil verrichten,
Den Sommer zur Abheftung lochen.
Es wird Herbst, hört man’s Frühchen der Dunkelheit plärren.
Es bleibt sommerlich, schnauz‘ ich zurück.
Werd‘ mich mit viel Beharr gegen’s Aufgeben sperren,
Bewahr‘ meine Rolle im Stück
„Eine Busfahrt bei Regen“.
Ich mag mich deswegen ja gar nicht beklagen,
Werd‘ weiter vom Hof der Gewissheit verjagen,
Was Schlusspunktesetzer in Hetze platzieren.
Noch geht die Fahrt weiter, kann so viel passieren …
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