Wir schlittern durch mittlere Jahre des Scheiterns,
Der Trott schlägt die Pläne des Fahrspurerweiterns.
Ja, wenn wir so wandel- und lernfähig wären –
Hätt’s nicht längst Beweise gegeben?
Das Immergleich prägt unsrer Spielräume Sphären,
Wir bleiben derweil in den Startblöcken kleben.
Was wünschen wir folglich uns fürs neue Jahr?
Möglichst viel von dem Zustand, der früher mal war.
Zehn Jahre einer Szene nun dein gutes Bye gesagt,
Zehn Jahre den Erfolg der Unternehmung hinterfragt.
Zehn Jahre steh’n dir nicht mehr zu für etwas zu verprassen.
Zehn Jahre warn’s und jetzt gib Ruh! Was meinste? Könnte passen.
Man ist ja schon dankbar, nach all den Eklats,
Obwohl manch Hoffnung arg versandet,
Wenn man zum Ablauf dieses Jahrs
Nicht nochmals weiter hinten landet.
Ja nu, a Jahr is rasch vorüber –
Im Januar war so viel über!
Doch manchem ward – so fern vom Ziel,
Dies Jahr bereits zum Start zuviel!
Wir flatterten anfangs schon hin zum Fatalen –
Mal ganz ohne Wahl, mal grad wegen der Wahlen …
Überall herrscht ein Steil-Hang zum Autoritären –
Und fast scheint’s naiv, sich dagegen zu wehren!
Vergessen Sie alles, was sie ob politischen Stils zu wissen glaubten!
Denn gleich, was Despoten sich früher erlaubten –
Da wurd ’25 doch viel mehr geboten!
Grenzüberschreitende Poltergeist-Zoten …
Es dampft vor Unentschlossenheit
Der aufgetaute Firnis.
Er weiß, es ist noch nicht die Zeit,
Doch Temp’raturen-Wirrnis
Lockt Samenkapseln aufzuspringen,
Aus der Deckung vorzudringen,
Bis
Nach den frühen Wärmeschüben
Es letztlich wieder schneit.
Der Lenz kam nur vorbei zum Üben –
Noch ist es nicht soweit.
Die Häufigkeit meiner Spaziergängerläufe,
Die oft schnell bereuten Low-Quality-Käufe,
Besäufnisse, die ich wohl zu selten scheute –
Das alles kam in die Bilanz, liebe Leute!
Jedoch besteht
Nicht viel Gefahr,
Dass sich was dreht
Im nächsten Jahr.
Ciao, Vierundzwanzig –
Es wird Zeit für dich zu geh’n!
Die Zeit mit dir war keine nette,
Und ich rauch schon wieder Kette
Und dann trink ich dich mir schön.
Du machtest zur Gewissheit
Wir driften jetzt dahin,
Dass nur die Populisten
Hier noch die Oberhand gewinn’n.
In allen Kontroversen
Verschärfte sich der Ton –
Es gab zu wenig Einseh’n
Und zu viel Aggression
Ciao, Vierundzwanzig –
Es wird Zeit für dich zu geh’n!
Die Zeit mit dir war keine nette,
Und ich rauch schon wieder Kette
Und dann trink ich dich mir schön.
Was folgt auf Zweitausendvierenundzwanzig?
Reicht mir in der Pause ein Bier und dann tanz ich!
Und wie beginnt Zweitausendfünfenundzwanzig?
Mei, unser Klein-Lauser reibt brünftig den Schwanz sich!