Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

Tiere

Gedichte, in denen Tiere die Hauptpersonen sind.


  • Vogelstation Moosmühle & das zweitausendsiebenhundertsechsundachtzigste Gedicht

    An der Vogelstation Moosmühle in Benediktbeuern

    Der Specht

    „Ab ins Gefecht!“,
    Denkt sich der Specht
    Und jettet hastig mit Gekrächz
    Ins nächstgeleg’ne Astgeflecht.
    Pocktock, Peckpeck, Tockpockgepecker
    Steh’n Spechtisch für „Oh Mann, wie lecker!“


  • Ilex & das zweitausendsiebenhundertachtzigste Gedicht

    Ilex-Beeren im winterlichen Botanischen Garten München

    Die feinen Unterschiede der Fastfood-Beobachtug

    So gleicht ein Vogelfutterhäuschen
    Auch einem Kettenschnellimbiss!
    Man macht ein kurzdosiertes Päuschen
    Und futtert ohne Hindernis.

    Die Sauberkeit ist niederränglich,
    Die Auswahl recht vorhersehbar,
    Die Tischgemeinschaft unverfänglich,
    Der Landeplatz bestechend nah.

    Ich sättige mich voyeuristisch:
    Seh Meisen, freu mich über sie!
    Dass ich aus Hektik so viel Glück fisch,
    Verspür ich vorm McDonald’s nie.


  • Weihnachtsmarkthimmel & das zweitausendsiebenhundertneunundsiebzigste Gedicht

    Weihnachtspyramide am Weihnachtsmarkt Essen

    Oktober (Jahresrückblick 2025)

    Hoch über den Stadtbildern, aus den’n unsre Töchterlein fliehn
    Sieht man nun südwärts die Zugvögel ziehn.
    Sie transportieren Grippeviren,
    Die Geflügelfarmen anvisieren
    Und Massenmasthofbauern keulen
    Gänse, Enten, Hühner, Eulen.
    Doch die Vögel sind ganz ohne Hintersinn hier –
    Sie sind auf dem Weg in ein Winterquartier.

    „Hey, ihr Vögel da oben, was ist euer Ziel?“
    „Naja, da gibt’s ja nicht mehr viel …
    In Darfur wütet der RSF grad mit Graus –
    Fast 500 Tote im Krankenhaus.
    In Rio sind 120 verendet,
    Ein Bürgerkrieg noch abgewendet,
    Nach Gemetzeln zwischen Cops und Favela-Familien.
    Naja, und is halt eh Brasilien …!
    Florida dämmert im Shutdown dahin,
    Argentinien macht unter Milei keinen Sinn
    Auch nach Syrien zurückzukehr’n, wär noch nicht cool,
    Bestätigte Herr Wadepfuhl.
    Nur noch Krieg und politische Vollkatastrophen –
    Da bekäm dies Gedicht ganz schnell zu viele Strophen!
    Ein Schwarm von uns ist, ungelogen,
    Drum grad gen Gaza abgebogen,
    Um sich dort zu bewerben als Friedenstauben.
    Wir dachten, die wollen ’n Scherz sich erlauben,
    Doch man hat sie tatsächlich als solche verbraten
    Im Fastfood-Menu der Vereinigten Staaten.“

    Es bleib’n die Verbrecher beider Seiten in charge –
    Da wittert man abermals baldigen Knatsch:
    Kaum ist ’ne Seite genervt von dem Friedensvertragwisch,
    Serviert man wohl prompt einen tödlichen Nachtisch.
    Denn ’ne hochdosierte Schlacht-Entfaltung
    Dient beiderseits der Machterhaltung.
    Und die Hamas übt schon mal an den eigenen Leuten,
    Denn ein Widerwort muss Spionage bedeuten –
    Und die soll’n lern’n, wer hier wieder der Babo is
    Und schon bei ’ner Zwischenfallandeutung bombt jetzt die Is-
    raelische Luftkraft ’nen Vergeltungsschlag.
    Und dieser Ausnahmefall passiert fast jeden Tag!

    Hm, das mit der Waffenruhe hat anfangs mal besser geklungen …?
    Nun, auch Nicole hat von „Ein BISSCHEN Frieden“ gesungen –
    Und a bisserl was geht immer!
    Vorher war’s durchaus noch schlimmer …

    Hey, ihr Vögel da oben – um euer Ziel zu erreichen,
    Muss eure Route einem Zickzackkurs gleichen
    Und niemals lasst den Spaß euch nehmen,
    Zu segeln zwischen den Extremen!

    Mal mit Tomahawk-Versprechung’n Selensky stützen,
    Dann den Intressen Putins nützen,
    Mal wird beinhart von der Brüssler Rotte
    Das Sanktionspaket Nr. 19 verhängt,
    Derweil die Russ’sche Schattenflotte
    Wohl bald 2.000 Schiffe lenkt.
    Ja, ein Biomatsch darf jetzt nicht mehr Veggiewurst heißen,
    Aber sonst kann man uns gerne weiterbescheißen …

    In Berlin muss Steinmeier hinaus –
    Das Schloss Bellevue wird restauriert,
    Der Ostflügel vom Weißen Haus
    Dagegen restlos wegplaniert,
    Weil der Schlossherr verlangt, einen Ballsaal zu kriegen –
    Nun, das wisst ihr, mit einem Flügel kann man nicht sehr lang fliegen.
    Und vielleicht ist’s ja mit Trumps Höhenflug
    Im nächsten Jahr dann auch genug, liebe Vögel?


  • Unter Wölfen & das zweitausendsiebenhunderteinundsechzigste Gedicht

    Auf der Kunstinsel Naoshima

    Mit 60 (Unterm Wolfdutzend)

    Bin ganz ohne Arg unter die Wölfe gegangen,
    Von denen mich Zwölfe vom Sarg aus ansprangen.
    Gegen Vierenundzwanzig musst ich mich noch wehren,
    Mit Sechsenunddreißig mich schließlich vermehren.
    Von Achtenundvierzig hab ich’s Heulen gelernt
    Und mit Sechzig den Rest meines Menschseins verlernt.

    Wie Wölfe, kommt so viel Veränd’rung im Dutzend
    Und wird dich aus Angst und Bequemlichkeit catchen.
    Nur will ich, das niemals Bestellte doch nutzend,
    Zumindest meine Zähne fletschen …


  • Nara & das zweitausendsiebenhundertfünfundfünfzigste Gedicht

    Sika-Hirsch in Nara am Kasuga-Taisha-Schrein

    Nara Rehkekse, 10 Yen

    Eine Großstadt voller Rehe
    In sehr ungewohnter Nähe.
    Ihre Art stand da als Standard,
    Dem man dann zu Fressen anbat.


  • Nachbartaube & das zweitausendsiebenhundertvierzigste Gedicht

    Abgestürzte Taube nach Sperber-Verfolgung

    Taubengau (der Nachbarsbaumtaube)

    Die Panik hat sich an dein Ruder gesetzt –
    Schon hat’s dein Genick, tauber Bruder, gefetzt!
    Dem Vorsatz, aller Fensterscheiben-
    Betouchung fern- und fortzublieben,
    Hast du, als eben jener Sperber
    Mit jedem Flügelschlag dir näh’r war,
    Jäh blindlings aufgegeben.

    So wie auch dein Leben.


  • Jaufenkamm & das zweitausendsiebenhundertsechsundzwanzigste Gedicht

    Auf dem Jaufenkamm bei Ratschings

    Um Amphibien im ÖPNV

    Der ÖPNV offeriert döfsten Kröten
    Ein schönes Sitzplatzangebot.
    Die könnten wohl ob ihrer Blödheit erröten,
    Doch nötigt sie kein Stolz zum Rot.

    Gewöhnlich steh’n solcherlei Kröten im Stau –
    Nun höhnen sie Molchen im ÖPNV.


  • Ratschingser Bach & das zweitausendsiebenhundertfünfundzwanzigste Gedicht

    Ratschingser Bach

    Das gescheite Tier (formerly known as Wiesel)

    Morgensternleins Bachgeriesel
    Lässt mich wieselartig reimen.
    Es übertönt sich wahrlich nie, sel-
    -bst „Schschsch!“s und „Psst!“elei en-
    -den immer murmlend leise.

    Drum nur sprechen Weise hier
    Von des Bächleins Murmeltier.


  • Rinnersattel & das zweitausendsiebenhundertdreiundzwanzigste Gedicht

    Rind am Rinnersattel bei Ratschings

    Pansen-Zen

    Wieder holt der Wiederkäuer vorverdaute Wiese rauf,
    Wiederholt’s Schluck-ab, Schluck-auf …
    Ein klein bisschen Bissen reichen –
    Immer satt vom Immergleichen!

    Und im Allgäu will manch Schwein
    Wie der Wiederkäuer sein.


  • Dreibacheck & das zweitausendsiebenhundertachtzehnte Gedicht

    Zusammenfluss vom Bernauer Bach, Berghamer Bach zum Bernauer Achen

    Der Orniethologe

    Ich hör, es sind sehr viele Vögel im Garten –
    Ein quirliges Mischmasch von fliegenden Arten,
    Allüberall flatterndes Huschen.

    Sie müssen im Nirgendwo starten und landen?
    Forsch losgeschickt, all meine Blicke versanden –
    Spendiert mal ’n Anblick, ihr Luschen!

    Rascheln, Piepser und Geflitze
    Nehm ich wahr, da ich hier sitze,
    Und sehr viel Gebüschtes.

    Aber Äuglein, Federkleider
    Seh trotz Warterei ich leider
    Immer nur als Nüschtes!


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

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