Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

München

Fotos aus München, seit 2014 Stammsitz der Reimerei Klötgen. Unzählige Auftritte während der Tour 2016. Und danach quasi alleinige Dienststelle in Sachen meiner Poesie.


  • Nymphenburg Deer & das zweitausendneunhunderteinundfünfzigste Gedicht

    Rehe im Nymphenburger Schlosspark

    Die Leiders

    Ich schlurf‘ mit letzter Eitelkeit
    In schlecht sitzenden Kleidern
    Durch eine ungepflegte Zeit,
    Umsäumt von sehr viel Leidern.

    Nein, mich erwartet kein Triumph,
    Wenn ich mein Ziel erschneider‘!
    Die Klinge, die mich killt, ist stumpf –
    Jed‘ Naht vernarbt im Leider.


  • Spätsommeridyll & das zweitausendneunhundertfünfzigste Gedicht

    Schloss Nymphenburg

    Juni 2026 (Jahresrückblick VI)

    So kurz vor der Pause komm’n wa noch
    Zu dem Verfüll’n vom Sommerloch!
    Und was wär das erfüllender als ’ne WM?
    Dies Jahr in XXL-Plemmplemm!
    Denn Trump plus Gianni Infantino –
    Bot infantiles Wahnsinnskino!
    Zwar begeistern wir uns für die tapfren Kapverden,
    An Norwegens rudernden Wikingerherden,
    Weil Fußballromantik viel FIFA-Schmu stemmt –
    Doch wütet Profitgier dann doch zu enthemmt:
    „Hier ist die FIFA, Sie sprechen mit der Red-Card-Hotline!
    Sie woll’n auch auf dem Foto mit Champions und Pott sein?
    Und bräuchten für die Endspiel-Sause
    ’ne doppelt lange Halbzeitpause? Ist notiert.
    Aber morgens und abends, wie nach jedem Essen
    Nicht die Trinkpause vergessen!“

    Und beim Redenschreib’n auch mal ’ne Thinkpause gönnen!
    Voigt und Wildberger zeig’n, was sie mit K.I. können;
    Auch Kathi Reiche promptet: „Letzte Rede – so geil!
    Ich bräucht da noch mehr so im Gas-Lobby-Style!“

    Braucht die Klimaerwärmung noch ’nen weit’ren Beweis?
    Es war Anfang Juni schon dermaßen heiß –
    Man konnte die Sonne schon nicht mehr genießen!
    Auch der deutsche Rekord im Elfmeterverschießen
    Kam nicht gut an. Wie die Deutsche Bahn.
    Bei der zwei Stunden lang keine Züge mehr fahr’n.
    Und da mancher erzürnt „Wie hier, Großstörung!?“ schreit,
    Ist’s für Bahnkunden übliche Unpünktlichkeit.

    Auch ’ne Großgestörtheit macht ja nix, denn
    Man feiert seinen Achtzigsten
    Gern mal mit Käfigkämpfen vorm Weißen Haus!
    Ja, mit sinnfreien Fights kennt der Donald sich aus …
    Er und Putin sind im Juni die China-Entdecker
    Und buckeln vor Xi rum als Speichellecker.
    Denn da jene in Egotrip-Kriegsgräben wühlen,
    Darf der Peking-King sich als der Mächtigste fühlen.
    Ja die Ordnung der Welt wird jetzt umarrangiert
    Und für allerhand Bündnisse vorselektiert:
    Mekka-Pakt, BRICS und E5 bis E3 –
    Für letztere gilt: Deutschland ist mit dabei!
    Allein mit ’nem UN-Sitz im Sicherheitsrat
    Läuft’s leider denkbar unapart:
    Die wähl’n Österreich und Portugaler –
    Nicht uns als höchste Beitragszahler!
    Demütigung schreibt man zurecht mit D –
    Ja, ditt kennwaja vom ESC …!

    Die Gelsenkirchner AFD
    Hat für Sinti und Roma ’ne saub’re Idee:
    Solang‘ die uns prä-re-migrantisch beehren,
    Soll’n die uns gefälligst den Bürgersteig kehren!
    Und laut Höcke sind westdeutsche Wendeabsahner
    Nur verdächtig gut Deutsch red’nde … Amerikaner.

    Nun, gab es außer geistig Schiefes
    Im Juni noch was Positives?
    Mette-Marit kriegt ’ne neue Lunge,
    Doch vor Gericht gerät ihr Junge.
    Man entdeckt ein neues Mozartstück
    Und auch Madonna kehrt zurück!
    Deren Album ’nen neuen Rekord einfahr’n kann:
    In vier Jahrzehnten ’ne Number One!

    Und da beim Erdbeben in Venezuela
    5.000 Menschen sterben,
    Schiebt Chile, Peru und Kolumbien
    Ein Rechtsruck ins Verderben.
    Ja, Südamerika schien kurz der Kontinent,
    Denn die linke Romantik als Vorbild benennt
    Nun sind die Mileis und „El Tigres“ dort Stars
    Als Statthalter Amerikas.

    In manchen Terrains fehl’n selbst Dichtern die Worte –
    Ende Juni wird Stade zu solch einem Orte:
    Eine Jugendeinrichtung, ein Vater, sechs Tote
    Und stumm klingt die „Wie kann das möglich sein?“-Note.

    Nein, es lässt sich noch immer kein Lichtblick vermelden –
    Es gilt mein Respekt an euch Durchhaltehelden! Wie -innen.


  • Nachbarschlossgarten & das zweitausendneunhundertneunundvierzigste Gedicht

    Idyll im Nymphenburger Park

    In Nymphenburg

    Müsste ich nicht viel mehr ruhen
    Und Dinge ruhen lassen?
    Sollt‘ ich mich nicht langsam nun
    Nicht mehr erzür’n … und hassen?

    Einfach dieses Bächlein dort
    Stundenlang betrachten.
    Bald schon bin ich von hier fort …

    Weißt du noch: Wir lachten
    Von Vorfreude und Glück gestählt.
    Wir haben’s doch gut getroffen!?
    Allein ich hab das Ziel verfehlt
    Und aufgehört zu hoffen.

    Ich seh, dies Bächlein spricht zu mir
    In seinem muntren Treiben:
    „Suchst du die Ruhe? Sie ist hier.“
    Nur ich. Werd hier nicht bleiben.


  • In memoriam & das zweitausendneunhundertvierundzwanzigste Gedicht

    Orlando-di-Lasso-Statue und zugleich Michael-Jackson-Gedenkstätte

    Abschied von München

    Irgendwann ist mir München abhanden gekommen …
    Bin doch immer so gern in der Isar geschwommen!?

    War Kur-gebräunt statt Ruhrpott-käsig,
    Doch plötzlich dachte ich, wie bräsig
    Ist diese im Selbstlob sich suhlende Stadt –
    Wie engstirnig eitel, wie flachgeistig platt?!

    Erst klang es entspannt, dann begann’s mich zu stören –
    Nun möcht ich mein Lebtag kein Bairisch mehr hören.
    Dieses mampfige Klumpengetöne entseelt,
    Dass jede Instanz eines Selbstzweifels fehlt.
    Statt Brüche nur Sprüche,
    Statt Abkehr nur Abwehr:
    Die ewige Feier der ganz dicken Eier.

    Dieses Ursprungsgesei’re in der Baumlosigkeit,
    Dieses „Good guy“-gebürstete Stillsteh’n der Zeit,
    Diese Verve-unterfettete Lässigkeitsshow …
    Alles wertet nach Ob-wer-a-Hund-is-Niveau.

    Werd wenig am Style-Fraß von München vermissen,
    Denk bei jeder Bowl-Row: „Boah, Leute, geht pissen!“,
    Jeder Teilhabedrang ist bei Null angekommen.

    Dabei bin ich sehr gern in der Isar geschwommen.


  • Dom zu Unserer Lieben Frau & das zweitausendneunhunderteinundzwanzigste Gedicht

    Dom zu Unserer Lieben Frau - Fraunekirch München im Sonnenuntergang

    APRIL 2026 (Jahresrückblick IV)

    Die Asia-Hornisse stürmt die Gliedertierwelt,
    Da in Hamburg ein Wolf ’ne Passantin anfällt –
    Doch noch biestiger, glaub mir,
    Ist das menschliche Raubtier …

    Es gab 2.600 Kriegsdienstverweigerung’n im ersten Quartal
    Und 350.000 Bewerbung’n bei Rheinmetall.
    Was zeigt, in welch Richtung der Wind heftig dreht,
    Der im Land der Reformstaus das Phlegma umweht.

    Zwar wird auf Schulstreiks strikt gegen die Wehrpflicht skandiert,
    Doch Verhandlungen boomen, nach den’n gar nichts passiert
    Und Friedensfürst Trump schießt sich jetzt auf den Papst ein.
    Er malt sich als Jesus – doch will nur ein Arzt sein.
    Was der Welt herzlich wenig Erlösung verspricht.
    Doch per Ablösung rückt etwas Hoffnung ins Licht:

    … auf ABBA „Thank you for the music“
    16 lange Jahre haben wir nach Ungarn ungern geschaut,
    Wie’ne Pest hat Budapest uns Bruder Victor Orban versaut.
    Er hat Europa gespalten, gegen Homos gehetzt,
    Er hat EU-Interna stets an Putin verpetzt –
    Autokraten sind – unter’nander geschätzt
    Mitunter doch sehr gut vernetzt.

    Stur hat er per Veto der Ukrainehilfen Geldfluss blockiert
    Von asozialer Geltungssucht und nationalem Ego borniert.
    Schien der ewige Sieger, dann versauten ihm’s ganz:
    Die Wahlkampfunterstützungen durch Trump und der Wanz‘!
    Autokraten sind – zumindestens ab jetzt
    Nicht per se als Sieger gesetzt. Wir sagen:

    Danke fürs Gemurkse – du kannst jetzt gehen,
    Wir sag’n Auf Niewiedersehen!
    Denn ein Victor wen’jer ist für die Demokratie
    Ein Victory!
    Weil wir jetzt merken, wir sind stärker als die,
    Sagen wir Danke fürs Gemurkse, für Gift und Bulimie!
    (… weil wir doch mehr sind als die, sagen wir)
    Danke fürs Gemurkse, für Gift und Bulimie!


  • Frühlingsbauten & das zweitausendachthundertachtunddreißigste Gedicht

    Vorfrühling im Nymphenburger Park

    Das Wie bestimmt das Veau

    Na, ich lasse dich einfach mal blöde reden:
    „Ja, safe ey, von da uber ich dann kurz rüber!“
    Zwar scheint mir in dem Moment sehr viel hinüber,
    Doch sag ich: „Ja, amtlich, genau Bro, auf jeden!“

    Zwar scheint mir in dem Moment sehr viel hinüber …
    „To be honest, die hat mich jetzt gar nicht related!“,
    Bekennst du, nachdem du mit Jill dich gedated –
    Ich wund’re mich grade, veau reden wir drüber?


  • Frühlingsnebel & das zweitausendachthundertsiebenunddreißigste Gedicht

    Im Nymphenburger Schlosspark

    Dieses eine Bier!

    Ein kühl und warm mich küssendes Bier
    Berinnsalt meine Kehle
    Und jeder Schluck besinnt: „Bin dir
    Ein Kleinjuwel der Seele!“

    Göttlichkeit, die längst erlöst
    Vom Religions-Gebete,
    Dass jeder Sinn schmeckt eingemöst
    Vom Sex mit Nofretete.

    Ach, tretet Jesus, Mohammed, …
    Genüsslich in die Tonne –
    Hier kommt ein Heiland, doppelt fett,
    Und rüstet mich mit Wonne!

    Auch wenn mich die mähliche Ahnung umkurst:
    Vielleicht hatt‘ ich einfach nur wirklich viel Durst.


  • Baumgipfel & das zweitausendachthundertvierunddreißigste Gedicht

    Baum in Essen-Schuir

    Zollfreies US-Medley, Teil 1
    (auf Grauzone – Eisbär)

    ICE-Kerl, oh ICE-Kerl,
    Gestapo-Mantel, Rammstein-Haarschnitt, ICE-Kerl,
    ICE-Kerl, oh ICE-Kerl.
    Ich möchte ein ICE-Kerl sein in Minnesota
    Und wenn dort Protestler schrei’n, knall ich einen ab.
    Ich möchte ein ICE-Kerl sein in Minnesota
    Und wenn einer umfällt, stellt Kristi Noem klar:
    ICE-Kerls schießen aus Notwehr
    ICE-Kerls schießen aus Notwehr
    ICE-Kerls schießen aus Notwehr
    ICE-Kerls schießen. Aus


  • Walter-Hohmann-Sternwarte & das zweitausendachthundertdreiunddreißigste Gedicht

    Walter-Hohmann-Sternwarte in Essen-Schuir

    Zollfreies US-Medley, Teil 2
    (auf Udo Jürgens – Griechischer Wein)

    Ich war noch trunken von meinem Siegeszug in Caracas.
    Ich merkte lohnende Invasionen machen mächtig Spaß!
    Da gibt’s ein Land, das ist recht nah, sehr groß und kalt …

    Und jüngst erklärte ich all den Möchtegernchefs in Davos:
    Die Dänen werd’n’s militärisch schwer hab’n und ich helf dän’n bloß!
    Da gab’s Geschrei und so zum Schein gab ich klein bei…

    Grönland ist mein – denn ich bin der große Leader!
    Sieht wer’s nicht ein, wiederhol ich’s immer wieder:
    Dies Stückchen Eis wird Staat Nummer 51 sein,
    Denn es ist mein!
    Grönland ist mein – nebst dem Vorrat selt’ner Erde!
    Der wird erschein’n, heizt man an die Klima-Herde.
    Klimaschutz-Stop kann dann sehr schnell profitabel sein,
    Es ist mein.


  • Schneeglöckcheninvasion & das zweitausendachthundertzweiunddreißigste Gedicht

    Schneeglöckchen im Wald

    Zollfreies US-Medley, Teil 3
    (auf Mary Roos – Pinocchio)

    Melania!
    Donalds Püppchen, freches Hütchen –
    Jetzt bist du auch ein Leinwandstar!
    Bist die Deneuve der USA – dem Oskar nah!
    (Denn solche)
    Auszeichnungen – werd’n erzwungen,
    Weil das Haus Trump allein ersinnt,
    Wer selbst Nobelpreise gewinnt.
    Dein Mann macht’s klar,
    Melania!


– Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


– Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

* Costa Rica
* Hawaii
* Indien
* Japan
* Kuba
* Madagaskar
* Malaysia (Borneo)
* Marokko
* Mauritius
* Namibia
* Seychellen
* Sri Lanka


– Gedichtthemen:

* Alter, Schmerz, Tod
* Autor & Schreiben
* Berg, Fluss & Tal
* Berlin
* Fahrzeuge
* Frühling
* Gebäude & Urbanes
* Geburtstag/Hochzeit
* Geld & Karriere
* Grusel
* Haus & Heimat
* Herbst
* Internet & Technik
* Kleidung
* Kindheit & Jugend
* Körperteile
* Kunst & Inbrunst
* Länder/Kontinente
* Liebe & Beziehung
* Märchen
* Mord & Totschlag
* München
* Musik & Gesang
* Ostern & Weihnacht
* Pflanzen & Natur
* Poetry Slam
* Politik
* Promis
* Regionales
* Religion & Philo
* Reisen
* Rüpeleien & Tiraden
* Schlafen
* See
* Sex & Erotik
* Sommer
* Speis & Trank
* Sport
* Städte
* Strand/Meer
* Silvester & Wechsel
* Tabak & Alkohol
* Tanzen
* Tiere
* Unsinn
* Wind & Wetter
* Winter


Best of Poetry

Ripostegedichte

Die Oscarballaden

Poetry Slam Gedichte & Videos

Poetry Slam meets Klassik

SLAMMED! – das Buch – zum Sonderpreis!

Über den Autor


Achtzeiler Alter, Tod & Abschied Autor & Schreiben Berg, Fluss & Tal Berlin Dutzendzeiler Einakter Erde Essen Fahrzeuge Feuer Gebäude & Urbanes Geld, Arbeit, Karriere Grusel Haus & Heimat Internet & Technik Kindheit & Jugend Krummzeiler Kuba Kunst & Inbrunst Körperteile Liebe und Beziehung Luft Marokko Mord & Totschlag München Pflanzen & Natur Politik Reisen Religion & Philosophie Ripostegedichte Rüpeleien Schlaf & Langeweile Sechszeiler Sex & Erotik Speis & Trank Städte Tabak & Alkohol Tiere Unsinn Vierzeiler Wasser Wind & Wetter Zehnzeiler Zweizeiler